Sanktions- und PEP-Prüfmodul in Flowyer: Due Diligence mit einer einzigen Suche
Die anwaltliche Mandantenüberprüfung beschränkt sich heute nicht mehr nur auf die Erfassung von Mandantendaten. Die Vorschriften zur Geldwäscheprävention, Sanktionslisten und Regelungen für politisch exponierte Personen bedeuten eine zunehmende administrative Belastung für Anwaltskanzleien.
Die Überprüfung eines Mandanten oder einer gegnerischen Partei kann in mehreren verschiedenen Datenbanken erfolgen: UN-Liste, EU-Finanzsanktionsliste, OFAC-Liste, PEP-Register und gegebenenfalls nationale ungarische Sanktionsdaten. Diese einzeln zu überprüfen ist zeitaufwendig, schwer zu dokumentieren und bei einer späteren Prüfung oft schwierig genau nachzuvollziehen, wann, was und mit welchem Ergebnis die Kanzlei untersucht hat.
Das neue Sanktions- und PEP-Prüfmodul von Flowyer vereinfacht diesen Prozess: Es ermöglicht die Überprüfung von Mandanten, Gegnern oder anderen betroffenen Personen und Organisationen in allen relevanten Datenquellen über eine einzige Suchoberfläche.
Eine Suche, fünf Datenbanken
Das neue Modul verarbeitet derzeit Daten aus fünf Hauptquellen:
- UN-Sanktionsliste,
- EU-Finanzsanktionsliste,
- OFAC-Sanktionsliste,
- PEP-Liste mit politisch exponierten Personen,
- nationale ungarische Sanktionsliste.
Das System durchsucht insgesamt etwa 80.000 aktive Einträge. In der anwaltlichen Praxis bedeutet dies, dass keine separaten Oberflächen geöffnet, unterschiedliche Suchlogiken verwendet und die Ergebnisse manuell dokumentiert werden müssen. Flowyer führt die Überprüfung aus einer gemeinsamen Suche durch.
Suche nach Name, Namensfragment oder Steuernummer
Es genügt, den Namen, ein Namensfragment, Alias oder – sofern verfügbar – die Steuernummer des Mandanten, Gegners oder einer anderen betroffenen Person in das Suchfeld einzugeben.
Das Modul unterstützt mehrere Suchmodi:
Diakritik-unempfindliche Suche
Die Standardsuche ignoriert Akzente und Sonderzeichen. So kann beispielsweise eine Suche nach „Milosevic“ auch dann ein Ergebnis liefern, wenn der Name in der Datenbank als „Milošević“ aufgeführt ist.
Exakte Übereinstimmung
Dies ist nützlich, wenn die Kanzlei gezielt nach einem bestimmten Namen, Unternehmen oder Identifikator suchen möchte.
Fuzzy-Suche
Das System kann auch bei kleineren Tippfehlern relevante Ergebnisse liefern. Dies ist besonders wichtig bei internationalen Namen, Transkriptionen oder in Fällen, in denen die verfügbaren Daten nicht vollständig genau sind.
Die Suche wird durch eine internationale Zeichentastatur unterstützt, die die Eingabe von slawischen, west- und osteuropäischen, kyrillischen und arabischen Schriftzeichen ermöglicht. Kyrillische Namen können auch in ihrer ASCII-transliterierten Form durchsucht werden, sodass das System mit verschiedenen Schreibweisen arbeiten kann.
Detailliertes Ergebnis-Panel
Die Suchergebnisse erscheinen nicht nur als Namensliste. Das Detail-Panel auf der rechten Seite bietet umfassende Informationen zu jedem Treffer.
Im Panel können unter anderem angezeigt werden:
- vollständiger Name und ASCII-Transkription,
- Listentyp, z.B. UN, EU, OFAC, PEP oder nationale Liste,
- Aliase,
- Klassifizierung als natürliche oder juristische Person,
- Datum der Listung,
- Name des Sanktionsprogramms,
- bei PEP die ausgeübte Funktion,
- Steuernummer, Adresse oder wirtschaftliche Eigentümerdaten, falls verfügbar,
- Datum der letzten Aktualisierung des Eintrags.
Dies ist wichtig, da der Anwalt nicht nur sehen muss, ob es einen Treffer gibt, sondern auch, um welche Art von Treffer es sich handelt, aus welcher Quelle er stammt und wie relevant er für den jeweiligen Fall ist.
Mandanten- und fallbezogene Überprüfung
Einer der wichtigsten praktischen Vorteile des Moduls ist, dass das Suchergebnis nicht als separate Information verbleibt. Der Treffer kann direkt dem jeweiligen Mandanten und Fall zugeordnet werden.
Dies ist in der Anwaltskanzlei besonders nützlich, da die Dokumentation der Due Diligence nicht in separaten Ordnern, Screenshots oder manuellen Notizen fortbesteht, sondern mit der Mandantenakte und dem Fall verbunden ist.
Bei einer späteren Überprüfung, internen Kontrolle oder behördlichen Anfrage kann so nachvollzogen werden, wann, von wem und auf Grundlage welcher Daten die Überprüfung durchgeführt wurde.
PDF-Bericht mit einem Klick
Flowyer kann aus dem Suchergebnis einen offiziellen Prüfbericht im PDF-Format erstellen.
Der Bericht kann enthalten:
- Identifikationsdaten,
- Ergebnisse gemäß den überprüften Listen,
- Details der Treffer,
- gesetzliche Verweise auf das GwG,
- Zeitpunkt und dokumentiertes Ergebnis der Überprüfung.
Dies ist besonders wertvoll, wenn die Kanzlei bei einer Prüfung, behördlichen Anfrage oder internen Kontrolle nachweisen muss, dass die Due Diligence durchgeführt wurde.
Audit-Protokoll und 8-jährige Rückverfolgbarkeit
Das Modul zeichnet jede Suche automatisch in der eigenen Datenbank der Kanzlei auf. Dies ist nicht nur eine einfache Suchhistorie, sondern ein auditierbares Register.
Das System erstellt sogenannte „frozen Snapshots“ der Treffer. Das bedeutet, dass später rekonstruiert werden kann, was der Anwalt zum Zeitpunkt der Überprüfung gesehen hat. Dies ist besonders wichtig, da Sanktions- und PEP-Listen ständig in Veränderung sind: Personen und Organisationen können hinzugefügt oder entfernt werden, einige Daten können sich ändern.
Das Ziel von Flowyer ist es, dass die Kanzlei nicht nur nachweisen kann, dass sie gesucht hat, sondern auch, welche Informationen zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar waren.
Frühere Überprüfungen können auf einer separaten Seite eingesehen werden. Hier kann beispielsweise nach Zeitraum, Mitarbeiter, Mandant oder Ergebnis gefiltert werden. Die Daten können im Excel-Format exportiert werden, was bei Prüfungs- oder internen Kontrollanforderungen eine gut verarbeitbare Zusammenfassung bietet. Zusätzlich kann ein PDF-Export im mandantenbezogenen, zertifikatsähnlichen Format erstellt werden.
Tägliche automatische Aktualisierung
Die internationalen Datenquellen werden täglich in den frühen Morgenstunden automatisch aktualisiert.
Entfernte Einträge werden nicht physisch gelöscht, sondern in den Soft-Delete-Status versetzt. Der Grund dafür ist die Auditierbarkeit: Bei einer früheren Überprüfung kann es wichtig sein, dass die damals noch aktiven oder sichtbaren Daten später noch abrufbar sind.
OpenSanctions-Integration und doppelte Verifikation
Das Modul verfügt auch über eine OpenSanctions.org-Integration. Wo die technische Zuordnung möglich ist, führt die Schaltfläche „Originalquelle öffnen“ direkt zum Profil der jeweiligen Entität.
Dies ist aus zwei Gründen nützlich. Erstens kann der Anwalt schnell die ursprüngliche externe Quelle einsehen. Zweitens bietet es die Möglichkeit zur doppelten Verifikation, das heißt, das in Flowyer angezeigte Ergebnis kann auch in einer externen, bekannten Datenbank überprüft werden.
PEP-Verwaltung gemäß GwG-Vorschriften
Die Überprüfung politisch exponierter Personen erfordert besondere Aufmerksamkeit. Die PEP-Liste von Flowyer basiert auf Wikidata-Quellen und behandelt Premierminister, Minister, Parlamentsabgeordnete und andere politisch exponierte Personen nach Ländern.
Das System berücksichtigt auch die einjährige Karenzzeit: Wer aus dem Amt scheidet, bleibt noch ein Jahr im PEP-Status. Abgelaufene PEP-Status werden vom System täglich automatisch verwaltet, während die zugehörigen Snapshots früherer Überprüfungen erhalten bleiben.
Berechtigungsverwaltung für Kanzleibetrieb
Die Zugriffsregeln des Moduls sind auf den Betrieb von Anwaltskanzleien abgestimmt.
Die allgemeine Suche und das Audit-Protokoll sind für die Benutzer der Kanzlei zugänglich. Die Zuordnung der Überprüfungen zu Mandanten oder Fällen kann jedoch nur vom Benutzer durchgeführt werden, der die Suche ausgeführt hat.
Diese Lösung unterstützt sowohl die tägliche Kanzleiarbeit als auch die kontrollierte Berechtigungsverwaltung.
Mehrsprachiger Betrieb
Das Modul ist in fünf Sprachen verfügbar: Ungarisch, Englisch, Deutsch, Italienisch und Rumänisch. Dies betrifft nicht nur die Benutzeroberfläche, sondern auch die exportierten PDF- und Excel-Dokumente.
Dies kann besonders nützlich für Kanzleien sein, die mit internationalen Mandanten, ausländischen Partnern oder mehrsprachigem internen Betrieb arbeiten.
Was bedeutet das praktisch für den Anwalt?
Der größte Vorteil des neuen Sanktions- und PEP-Prüfmoduls besteht darin, dass die Due Diligence nicht als separate, manuelle Verwaltung erscheint, sondern als natürlicher Bestandteil der Mandanten- und Fallverwaltung von Flowyer.
Die praktischen Vorteile sind messbar:
- mehrere Datenbanken können mit einer einzigen Suche überprüft werden,
- die Zeit für manuelle Suche wird reduziert,
- das Ergebnis wird automatisch dokumentiert,
- die Überprüfung kann Mandanten und Fällen zugeordnet werden,
- es kann später nachvollzogen werden, was die Kanzlei zum Zeitpunkt der Überprüfung gesehen hat,
- bei einer Prüfung können PDF- und Excel-Exporte erstellt werden,
- das System unterstützt die Aktualität der Datenquellen durch tägliche Updates.
Eine durchschnittliche Überprüfung bedeutet somit nicht das Öffnen mehrerer verschiedener Webseiten, separate Suchen und manuelle Speicherungen, sondern einen dokumentierten Prozess von wenigen Sekunden.
Weniger Verwaltung, stärkere Compliance
Die Sanktions- und PEP-Prüfung ist eine Aufgabe, bei der Schnelligkeit allein nicht ausreicht. Ebenso wichtig sind die Rückverfolgbarkeit, die Dokumentation und die Möglichkeit, die durchgeführte Due Diligence später nachweisen zu können.
Das neue Modul von Flowyer bietet dabei praktische Unterstützung: Es vereint Suche, Ergebniserfassung, Audit-Protokoll und Berichtserstellung an einem Ort.
So können Sie nicht nur schneller die Überprüfung durchführen, sondern verfügen auch über eine stärkere Beweisgrundlage für den Fall, dass Sie später die Durchführung der Mandantenüberprüfung nachweisen müssen.

Zoltán Kéri